Direkt zum Inhalt
Pflegemittel & Anwendung Zähne & Zahnfleisch

Zähne & Zahnfleisch
Pflegemittel & Anwendung

Für die Zähne und das Zahnfleisch gibt es viele verschiedene Pflegemittel. Neben unterschiedlichen Zahnbürsten und Zahnpasten kommen Bürsten oder Zahnseide für die Zahnzwischenräume zum Einsatz.

Mitunter werden spezielle Gele oder auch Mundspüllösungen empfohlen. Andere Kulturen haben auch ganz eigene Pflegemittel für sich entdeckt und entwickelt.

Zahnbürsten

Zahnbürsten gibt es in großer Vielfalt und für alle Einsatzbereiche.

Normalerweise sollten Zahnbürsten mittelharte Borsten aufweisen, um eine optimale Reinigungswirkung zu erzielen. Bei älteren und gebrechlichen Menschen sind das Zahnfleisch und die Schleimhäute mitunter empfindlicher. Weiche Borsten werden dann besser toleriert, insbesondere dann, wenn das eigenständige Putzen nicht möglich ist.

Bei weichen Zahnbürsten nutzen sich die Borsten schneller ab und die Zahnbürste muss häufiger ausgewechselt werden. Ein regelmäßiger Wechsel ist schon aus hygienischen Gründen sinnvoll.

Handzahnbürsten

Handzahnbürsten sind häufig völlig ausreichend. Handzahnbürsten mit Griffverstärkungen helfen, die Zahnbürste besser in der Hand zu halten. Im Handel erhältliche Griffverstärkungen sind aktuell nur zusammen mit Zahnbürsten der Firma anzuwenden, die auch die Griffverstärkung anbietet.

Handzahnbürsten mit GriffverstärkungHandzahnbürsten mit Griffverstärkung

Elektrische Zahnbürsten

Elektrische Zahnbürsten erzielen mitunter bessere Reinigungsergebnisse als Handzahnbürsten, vor allem bei motorischen Einschränkungen (Rheuma, Schlaganfall, ...). Die korrekte Anwendung elektrischer Zahnbürsten unterscheidet sich aber und sollte jeweils in der Bedienungsanleitung nachgelesen werden. Zudem sind elektrische Zahnbürsten nicht nur teurer, sondern können durch die Geräusche und Vibrationen sogar verunsichern und zu Ablehnung und Abwehr der Mundpflege führen.

Elektrische Zahnbürsten mit wechselbaren KöpfenElektrische Zahnbürsten mit wechselbaren Köpfen

Besondere Pflegesituationen machen den Einsatz spezieller Zahnbürsen sinnvoll. Hier ein Überblick:

Typ Zweck Problem
Dreikopfbürste Gleichzeitige Reinigung aller Zahnflächen Bei langen Zähnen wird das Zahnfleisch nicht erreicht
Fingerzahnbürste Kinder Verletzungsgefahr bei Unterstützung
Absaugzahnbürste Bei Gefahr sich zu verschlucken laut, teuer, Anwendung erfordert Übung

Zahnbürsten mit Holzgriffen sowie Zahnbürsten mit Naturborsten sollten aus hygienischen Gründen nicht verwendet werden. Naturborsten können zudem zu Verletzungen des Zahnfleisches führen und allergische Reaktionen verursachen.

DreikopfbürsteDreikopfbürste

Nach dem Zähneputzen sind die Zahnpastareste gründlich mit Wasser aus der Bürste zu spülen. Trocknen die Zahnpastareste in der Zahnbürste, sind die Borsten beim nächsten Gebrauch deutlich härter und das Putzen der Zähne schmerzhaft. Die Zahnbürste im Mundspülbecher immer mit dem Kopf nach oben aufbewahren, damit die Zahnbürste optimal an der Luft trocknen kann – das tötet Bakterien in der Bürste am wirksamsten ab.

Für den Wechsel der Zahnbürsten ist ein Intervall von vier Wochen sinnvoll. Wenn die Borsten weit gespreizt sind oder sonst starke Abnutzungserscheinungen aufweisen, sollte man die Zahnbürste auch schon früher auswechseln.

Zahnzwischenraumbürsten mit Metalldrahtkern sollten nicht länger als eine Woche eingesetzt werden, da sonst die Gefahr stark ansteigt, dass sie abbrechen.

Auch nach schweren Erkrankungen wie z.B. einer Lungenentzündung wird der Austausch der Bürsten empfohlen.

Zahnzwischenraumbürsten & Zahnseide

Ist das Zahnfleisch schon etwas zurückgegangen und sind die Zahnzwischenräume weiter, sind Zahnzwischenraumbürsten (Interdentalbürsten) sinnvoll, da sie von „außen“ eingesetzt werden und so die Verletzungsgefahr reduziert ist. Zunächst sollten die Zähne mit der Zahnbürste geputzt und nur der Zahnpastaüberschuss ausgespuckt werden. Anschließend werden die Zahnzwischenräume mit der Interdentalbürste gereinigt – so kann die Zahnpasta auch zwischen den Zähnen optimal wirken. Bezüglich der Härte der Borsten gelten die oben erwähnten Aussagen zu Zahnbürsten.

Die Anwendung von Zahnseide ist nur bei engen Zahnzwischenräumen angezeigt. In der Pflege ist die Anwendung von Zahnseide bei Unterstützung schwierig und bei eingeschränkter Kooperation mit erhöhtem Risiko von Verletzungen durch Zubeißen verbunden.

ZahnzwischenraumbürstenZahnzwischenraumbürsten

Zahnpasten haben eine Vielzahl von Inhaltstoffen mit unterschiedlichen Aufgaben:

  • Putzkörper bzw. Schleifpartikel
  • Waschaktive Substanzen bzw. Schaumbildner (Tenside)
  • Fluorid
  • Antibakterielle & entzündungshemmende Stoffe
  • Desensibilisierend wirkende Stoffe
  • Konservierungsstoffe
  • Feuchthaltemittel
  • Binde- & Verdickungsmittel
  • Farbpigmente (z.B. Titandioxid!)

Putzkörper bzw. Schleifpartikel

Die Putzkörper bzw. Schleifpartikel in einer Zahnpasta sind entscheidend für die Reinigungsfunktion der Zahnoberflächen.

Der sogenannte RDA-Wert (Radioaktive Dentin Abrasion) definiert dabei, wie viel Dentin innerhalb einer definierten Zeit von einer radioaktiv markierten Probe durch die Zahnpasta abgetragen wurde. Da unterschiedliche Mess-Methoden zugrunde liegen können, sind die RDA-Werte der Zahnpasten nicht genau vergleichbar. Ungefähr gilt für die Angaben zum RDA-Wert auf Zahnpastatuben:

RDA-Wert Abrasion Leistung
< 30 sehr gering abrasiv geringe Reinigungsleistung
30 - 50 wenig abrasiv gutes Verhältnis zwischen Abrieb und Reinigungswirkung (für Kinder)
50 - 80 mittel abrasiv gutes Verhältnis zwischen Abrieb und Putzleistung (für Erwachsene)
> 100 sehr stark abrasiv Zahnpasta für weiße Zähne (nicht für den Dauergebrauch geeignet)

Vor allem bei empfindlichen Zähnen (bei freiliegenden Zahnhälsen oder Wurzeloberflächen, wenn das Zahnfleisch zurückgegangen ist), sollte auf Zahnpasten mit niedrigem Abrieb geachtet werden.

Demgegenüber charakterisiert die Pellicle Cleaning Ratio (PCR) die Reinigungsleistung einer Zahnpasta im Hinblick auf Verfärbungen z.B. durch Tee, Kaffee oder auch durch Chlorhexidin.

Sogenannte Weißmacher-Zahnpasten wirken entweder über Putzkörper (z.T. besonders geformt) und/oder über chemische Zusätze wie z.B. Peroxid oder Zitronensäure, wobei Peroxid wirksam Zähne aufhellt, aber aufgrund der restriktiven Bestimmungen in Deutschland in Zahnpasten in Deutschland nicht enthalten sein darf. So kann es sein, dass Zahnpasten auch bei niedrigem Abrieb Verfärbungen entfernen können.

Schaumbildner (Tenside)

In Zahnpasten Tenside als Schaumbildner eingesetzt. Die häufigsten anionischen Tenside sind das Natriumlaurylsulfat (NaLS) auch bekannt unter Sodiumlaurylsulfat (SLS) sowie Sulfonate (z.B. Olefinsulfonat). Natriumlaurylsulfat ist als Tensid nicht toxisch, geschmacksneutral und preisgünstig, wirkt aber lokal reizend auf die Schleimhäute. Deshalb werden heute Zahnpasten mit milderen Tensiden wie z.B. Betain empfohlen. Betain schränkt im Gegensatz zu Natriumlaurylsuflat auch die Wirkung von Chlorhexidin nicht ein.

Farbpigment Titandioxid: Was hat es damit auf sich?

Titandioxid gibt als Farbpigment der Zahnpasta das weiß-leuchtende Aussehen. Seit August 2022 ist Titandioxid in Lebensmitteln verboten, da sich eine mögliche Schädigung des Erbgutes bei Verzehr nicht ausschließen lässt. In Pflegeprodukten, zu denen Zahnpasta auch gezählt wird, wird die Sicherheit von Titandioxid ebenfalls neu bewertet.

Zahnpasta enthält zwar nur bis zu 1 Prozent Titandioxid, aber selbst bei korrekter Anwendung werden ca. 10 Prozent der eingesetzten Zahnpastamenge verschluckt. Bei täglichem Gebrauch von durchschnittlich zwei Gramm Zahnpasta entspricht dies pro Jahr einer Aufnahme von ca. 0,73 Gramm Titandioxid. Zum Vergleich: Durch abgeleckten Lippenstift sind es bis 2,55 Gramm, also 3,5 Mal mehr. Über Lebensmittel nimmt eine Person mit einem Gewicht von 60 Kilogramm übrigens jährlich etwa 44 Gramm Titandioxid auf.

Da Titandioxid außer der Farbgebung für die Zahnpasta keinen weiteren Vorteil hat, sollte darauf verzichtet werden. Titandioxid ist auf den Zahnpasten deklariert entweder als Titanium Dioxide oder mit dem Code CI 77891.

ZahnpastenZahnpasten

Zahnpasten: Fluorid

Zahnpasta sollte in jedem Fall Fluorid enthalten. Fluorid erneuert und härtet die Zahnoberflächen am besten. Die Menge der Zahnpasta und deren Fluoridkonzentration sind an das Alter und die jeweilige Risikosituation anzupassen. Erwachsenenzahnpasta hat eine Fluoridkonzentration von etwa 1500 ppm (part per million).

Im April 2021 hat das Netzwerk "Gesund ins Leben" vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft einheitliche Handlungsempfehlungen in Deutschland zur Vorbeugung von Karies mit Fluorid im Säuglings- und frühen Kindesalter entwickelt. Zur Übersichtsgrafik geht es hier.

Sehr viele wissenschaftliche Untersuchungen konnten eindeutig zeigen: Bei vorgegebener Anwendung im Rahmen der Mundpflege hat Fluorid in der Zahnpasta keine schädlichen Nebenwirkungen, auch nicht bei Anwendung über Jahrzehnte und auch nicht, wenn immer mal wieder geringe Mengen Zahnpasta verschluckt werden.

Ein 1 cm langer Streifen Erwachsenenzahnpasta (1400 ppm) beinhaltet 0,7 mg Fluorid. Fluorid findet sich aber auch in diversen Lebensmitteln, wie z.B.:

  • Mineralwasser (von 0,02 mg/l bis teilweise > 3 mg/l)
  • Schwarzer Tee (teilweise > 1,2 mg/kg)
  • Kräuter (ca. 0,6 mg/kg)
  • Speisesalz mit Fluorid (ca. 250 mg/kg)

In deutschen Großküchen wird kein fluoridiertes Speisesalz verwendet. Ebenso wird dem Leitungswasser in Deutschland kein Fluorid zusätzlich beigegeben. Dennoch kann regional und teilweise auch saisonal Fluorid in geringer Menge enthalten sein.

Eine gute Orientierung bei der Wahl der Zahnpasta geben die Empfehlungen von ÖKO-TEST und Stiftung Warentest.

Kariesprävention mit FluoridKariesprävention mit Fluorid

Bei freiliegenden Zahnhälsen (zurückgezogenem Zahnfleisch) sollte die Zahnpasta "für empfindliche Zähne" wenig abrasiv sein.
Bei Menschen mit der Gefahr sich zu verschlucken (Aspiration) sollten Zahnpasten nicht stark schäumen. Auch Schärfe und Geschmack sind bei der Wahl der Zahnpasta zu beachten.

Es gibt insgesamt eine große Vielfalt an Zahnpasten, darunter sind auch Zahnpasten, die für spezielle Situationen entwickelt wurden:

  • Kinderzahnpasta ohne Fluorid oder mit angepasster Fluoridkonzentration (1000 ppm)
  • Zahnpasta ohne Menthol (z.B. elmex® mentholfrei) für empfindliche Schleimhäute z.B. bei Chemotherapie oder Bestrahlung
  • Zahnpasta für "empfindliche Zähne" (Erosionsschutz) mit geringerem Abrieb Relative Dentin Abrasion – RDA-Wert < 40)
  • Zahnpasta mit speziellen Fluorid-Inhaltsstoffen (z.B. Zinn-Fluorid) zum besseren Schutz der Zahnwurzeloberflächen
  • Zahnpasta mit hoher Fluoridkonzentration (5000 ppm - Duraphat® Zahnpasta) – z.B. bei hohem Risiko für Karies

Bei erwachsenen Menschen ist die Anwendung von fluoridhaltiger Zahnpasta für Erwachsene wichtig. Auch wenn die Zahnpasta verschluckt werden sollte, so ist dies in den Mengen, die hier zum Einsatz kommen, nicht gesundheitsschädlich.

Zahnpasta mit Aktivkohle ist nicht sinnvoll.

Mundspülungen und Mundduschen sollten nur bei guter Kooperationsfähigkeit zum Einsatz kommen und wenn die betroffenen Menschen die Anwendung gewohnt sind. Bei eingeschränkter Kooperationsfähigkeit und vor allem bei erhöhter Gefahr, sich zu verschlucken (Aspiration) sollte darauf verzichtet werden.

Mundspüllösungen haben unterschiedliche Zielsetzungen:

  • Gegen Karies
  • Gegen Zahnfleischentzündungen
  • Gegen Mundgeruch
  • Gegen Mundtrockenheit
  • Zur allgemeinen Desinfektion

In der Pflege sollten Mundspüllösungen – wenn überhaupt – in Absprache mit dem Zahnarzt angewendet werden.

Im Mund gibt es Bakterien, die Nitrat aus der Nahrung zu Nitrit reduzieren können. Im Blutkreislauf kann dann Nitrit in Stickstoffmonoxid (NO) umgewandelt werden - was gefäßerweiternd und blutdrucksenkend wirkt. Gerade im Alter werden diese Bakterien und ihre blutdruckregulierende Wirkung wichtig. Mundspüllösungen können nitratreduzierende Keime auf der Zungenoberfläche reduzieren und provozieren so einen unerwünschten Blutdruckanstieg. Umgekehrt können zu viel Nitrat oder zu viele der Bakterien eine starke Weitung der Adern im Gehirn provozieren - ein möglicher Auslöser plötzlicher Migräneattacken.

Bei älteren Patienten mit Zahnfleischbluten und schlechter Mundhygiene sind Prä- und Probiotika eine gute Alternative zu Mundspüllösungen.

MundspüllösungenMundspüllösungen

Die Putzsystematik, in welcher Reihenfolge also die Zahnflächen nacheinander geputzt werden sollen, hängt von vielen verschiedenen Faktoren ab:

  • Eingeübte Routinen wie z.B. die KAI-Methode (Kauflächen, Außenflächen, Innenflächen)
  • Einsehbarkeit des Mundes ausgehend von der Körperstellung bei der Unterstützung der Mundpflege
  • Kooperationsfähigkeit des unterstützungsbedürftigen Menschen

Es kann z.B. sinnvoll sein, zunächst alle Außenflächen zu putzen, weil der Mund erst nicht richtig aufgehen will, oder aber zunächst alle Flächen im Oberkiefer zu putzen, weil bei manchen eingeschränkt kooperativen Menschen der Unterkiefer sehr „unruhig“ ist.

Wichtig ist, dass wir alle Zahnflächen putzen - so, wie es am besten geht.

Auch die Kieferbereiche, auf denen Prothesen aufliegen, sollten mit Zahnbürste und Zahnpasta geputzt werden. Im hinteren Gaumenbereich ist der Würgereiz zu beachten.

Zur Putz-Technik gibt es verschiedene Empfehlungen:

  • Von Rot (Zahnfleisch) nach Weiß (Zahn)
  • Kleine kreisende bwz. rüttelnde Bewegungen

Darüber hinaus sind verschiedene Techniken namentlich benannt, z.B.:

  • Fones-Technik (Rotationstechnik): Zähne im Ober- und Unterkiefer beißen aufeinander. Die Reinigung der Außenflächen erfolgt mittels großer kreisender Bewegungen. Die Innenflächen werden bei geöffnetem Mund mit kleinen kreisenden Bewegungen gereinigt.
  • Bass-Technik (Rüttel- bzw. Vibrationstechnik): Zahnbürste wird im 45-Grad-Winkel an die Innen- bzw. Außenflächen der Zähne angesetzt und es wird mit kurzen rüttelnden Bewegungen geputzt.
  • Modifizierte Bass-Technik: wie die Bass-Technik, nur das nach jeder Rüttelbewegung zusätzlich die Zahnbürste vom Zahnfleisch zum Zahn (von Rot nach Weiß) rotiert wird.

Bei pflegerischem Unterstützungsbedarf sollte so geputzt werden, wie man es gewohnt ist. Die Einübung neuer Techniken verbessert das Putzergebnis in der Regel nicht.

Die Zahnbürste sollte immer mit geringem Anpressdruck (etwa wie beim Schreiben mit einem Druckminenbleistift) und zugleich sicherer Handhaltung geführt werden.

Bei Handzahnbürsten sind entweder kleine Bewegungen vor und zurück oder kreisend zu bevorzugen.

Elektrische Zahnbürsten führen die eigentliche Putzbewegung selbst durch, weshalb elektrische Zahnbürsten ohne weitere Putzbewegung von Zahn zu Zahn geführt und für etwa ein bis zwei Sekunden an jedem Zahn ruhig gehalten werden sollten.

Die Zahnpasta soll helfen, die Beläge zu entfernen und eine Calcium-Fluorid-Schutzschicht für die nächsten Stunden zu bilden. Deshalb muss nicht nur mit der Zahnbürste geputzt werden. Die Zahnpasta muss auch einwirken können. Wenn wir also mit dem Putzen fertig sind, legen wir die Zahnbürste zur Seite und bewegen die Zahnpasta wie eine Mundspülung im Mund, anschließend wird ausgespuckt. Kann ein Mensch die Zahnpasta so nicht kontrollieren, wird gleich ausgespuckt oder überschüssige Zahnpasta mit einer Kompresse ausgewischt.

Wird eine Zahnzwischenraumbürste benutzt, kann diese Reinigung mit der verbliebenen Zahnpasta im Mund erfolgen, dann wird nochmals ausgespuckt oder mit Kompresse ausgewischt. Kräftiges Ausspülen nach dem Zähneputzen ist nicht notwendig!

Häufige Fehler beim Zähneputzen: Wir putzen in der Regel mit zu viel Druck. Wir putzen zu kurz. Und wir lassen die Zahnpasta nicht lange genug einwirken.

Die Putzdauer sollte in etwa 2 Minuten betragen - allein schon, damit die Zahnpasta lange genug einwirken kann. Gerade bei älteren Menschen, die häufig auch weniger Restzähne im Mund haben, kann das "aktive" Putzen der Zähne auch an der Zahl der Restzähne orientiert werden. Grob gesagt gilt hier:

Restzähne Putzdauer
10 Zähne 1 Minute
20 Zähne 2 Minuten
30 Zähne 3 Minuten

Zähne Putzen: Wenn wir aufhören wollen, die Zähne zu putzen: Einfach noch einmal über alle Zahnflächen putzen.

Gerade bei wenigen Restzähne tragen Menschen aber häufig Zahnprothesen im Mund. Die Zeit, die man sich dann für das Putzen der wenigen Zähne spart, sollte für die Reinigung der Kieferbereiche, denen die Zahnprothesen aufliegen, genutzt werden. Das Putzen dieser Bereiche kann auch mit Zahnbürste und Zahnpasta erfolgen. Im hinteren Gaumenbereich ist hierbei darauf zu achten, dass möglichst kein Würgereiz ausgelöst wird. Klebt noch Haftcreme an den Schleimhäuten, sollte diese zunächst mit Kompressen entfernt werden.

Reinigung von Zahnprothesen & Umgang mit Kompressen

Diese Seite wurde zuletzt am 22.06.2024 geändert.

Was gibt es noch zu wissen?
Weitere Themen

Icon: Lupe

Suchen …