Zahnfleisch
Auffälligkeiten & Probleme

  • Rötung, Blutung, Rückgang
  • Fistel
  • Wucherung
  • Schlupfwinkelinfektion

Rötung, Blutung & Rückgang

Werden Beläge an den Zähnen nicht regelmäßig und gründlich entfernt können Bakterien in den Belägen auch das Zahnfleisch (Gingiva) und den gesamten Zahnhalteapparat (Parodont) angreifen. Als Reaktion des Körpers kommt es zur Entzündung, sichtbar als Rötung und Schwellung. Meist blutet das Zahnfleisch dann – entweder beim Essen oder auch beim Putzen der Zähne.

Bestimmte Medikamentengruppen, wie Immunsuppressiva (Cyclosporin A), Kalziumantagonisten/Kalziumkanalblocker (Nifedipin, Amlodipin sowie Diltiazem, Verapamil) und Antiepileptika (Phenytoin) können Wucherungen des Zahnfleisches verursachen.

Ist zunächst nur das Zahnfleisch von der Entzündung betroffen, spricht man von Gingivitis. Später, wenn auch der Knochen um die Zähne herum entzündet ist, spricht man von einer Parodontitis. Bei der Parodontitis wird der Knochen nach und nach abgebaut und das Zahnfleisch zieht sich zurück. Die Zahnhälse und Zahnwurzeloberflächen liegen mehr und mehr frei. Die Zähne werden zunehmend lockerer und fallen schließlich aus.

Habe ich Parodontitis? Hier geht es zum Parodontitis-Check der Bundeszahnärztekammer. Die weiterführende Diagnostik muss vom Hauszahnarzt veranlasst werden.

Raucher haben viel höheres (5x!) Risiko, eine Parodontitis zu entwickeln. Warum? Bei Rauchern ist das Zahnfleisch schlechter durchblutet. Damit kann der Körper die Bakterien nicht so gut abwehren und die Erkrankung schreitet schneller voran. Das tückische daran: Es blutet weniger und Raucher merken gar nicht, was gerade passiert.

Zigaretten rauchen ist schädlicher als E-Zigaretten zu nutzen. Aber auch E-Zigaretten schaden dem Zahnfleisch.

Raucher haben nicht nur ein höheres Risiko, Parodontitis zu bekommen – auch die Behandlung schlägt nicht so gut an.

Bei Implantaten – also operativ eingebrachten künstlichen Zahnwurzeln – kann der Körper die Bakterien auch nicht so gut abwehren. Hier spricht man im Fall einer Entzündung von einer Peri-Implantitis, also einer Entzündung um das Implantat herum.

Multifaktorielle ErkrankungMultifaktorielle Erkrankung

Parodontitis: Immunseneszenz & persistierende Keime

Im Alter lässt die Leistungsfähigkeit des Immunsystems nach. Chronische Erkrankungen nehmen unter anderem durch die ausbleibende Reifung der T-Lymphozyten in Folge der Thymusalterung sowie der gesteigerten Ausschüttung von proinflammatorischen Zytokinen zu. Die vermehrte Freisetzung von Radikalen in den Zellen (oxidativer Stress) hat zudem einen negativen Einfuss auf die Ablesefähigkeit proteincodierter Genabschnitte. Die Folge ist eine sogenannte Dysbiose – eine Gleichgewichtsstörung der bakteriellen Zusammensetzung der Biofilme im menschlichen Organismus und in der Folge kommt es zur Stoffwechselentzündung (Metaflammation). Die individuelle Immunreaktion – so viel ist heute klar – spielt mit die größte Rolle – auch bei der Entwicklung der Parodontitis.

Selbst die gründlichste Reinigung der Mundhöhle (Full mouth desinfection) schafft es nicht, alle Bakterien in den Poren der Zähne, auf der Zunge und den Schleimhäuten zu eliminieren.

Um so wichtiger ist es, durch tägliche Mundpflege den Körper und das Immunsystem dabei zu unterstützen, die Keimbelastung täglich so weit es geht zu senken.

Fistel

Eine Sonderform der Parodontitis ist die sogenannte Fistel. Bei einer Fistel hat sich eine Entzündung meist im Bereich der Zahnwurzel direkt einen Weg durch das dünne umgebende Knochenfach und die aufliegende Schleimhaut gebahnt. Fisteln fallen häufig als kleine Eiterpunkte nahe der Umschlagfalte und seltener auch im Oberkiefer zum Gaumen oder ganz selten im Unterkiefer zum Mundboden hin auf.

Wucherung

Epulis

Diese Vermehrung von Bindegewebe im Bereich des Zahnfleisches kann auf folgende Ursachen zurückgeführt werden:

  • Nebenwirkung von Medikamenten z.B. gegen Bluthochdruck oder Epilepsie (medikamentös bedingte Epulitiden)
  • Hormonschwankung im Rahmen der Schwangerschaft (Schwangerschaftsepulis)

Vakatwucherung

Diese Vermehrung von Bindegewebe in einem frei gewordenen Raum ist eine Sonderform der Anpassungsreaktion menschlicher Zellen und wird als Vakatwucherung bezeichnet.

Früher wurden im Unterkiefer mitunter Brücken zum Ersatz fehlender Zähne als sogenannte "Schwebebrücken" gestaltet. Die Idee dabei war, dass man die Brücke insgesamt besser reinigen kann. Allerdings war das für die Patienten mitunter irritierend für die Zunge und vor allem beim Essen gewöhnungsbedürftig. Teilweise haben sich hier reaktiv Vakatwucherungen der Kieferkammschleimhaut gebildet und den Raum unter der Brücke wieder verschlossen.

Schlupfwinkelinfektion

Im Laufe der menschlichen Entwicklung haben sich die Kiefer aufgrund unserer Nahrungsumstellung rückgebildet. Die Weisheitszähne haben daher oft keinen Platz mehr. Bei ca. 30 % der Menschen sind diese Zähne schon gar nicht mehr angelegt. Zum Teil liegen die Zähne versteckt (retiniert) im Kiefer und sind nicht sichtbar. Hin und wieder brechen die Zähne zwar durch die Schleimhaut, aber nicht vollständig – es handelt sich um einen erschwerten Zahndurchbruch (dentitio difficilis). Dann sind die Zähne noch teilweise bedeckt von einer "Schleimhautkapuze". Gehen hier Speisereste und Bakterien unter die Schleimhaukapuze kann sich eine sogenannte Schlupfwinkelinfektion bilden. Diese Entzündungen treten spontan auf und sind häufig sehr schmerzhaft und die Mundöffnung ist eingeschränkt. Hier ist umgehend der Zahnarzt zu kontaktieren.

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