Karies & Kreidezähne
Zähne

Zahnfäule (Karies) oder Kreidezähne fallen auf durch:

  • Defekte in der Zahnoberfläche
  • Ledrige Erscheinung
  • Gelblich-bräunliche Verfärbung

Schwarze Verfärbungen deuten auf kariöse Prozesse hin, die bereits wieder zum Stillstand gekommen sind.

Entstehung

Bakterien auf der Zahnoberfläche benötigen Zucker aus der Nahrung für ihren Stoffwechsel. Dabei entstehen Säuren. Diese Säuren werden von den Bakterien an die Umgebung abgegeben und gelangen dabei auch an die Zähne. Über die Zeit lösen die Säuren die mineralischen Zahnoberflächen immer weiter auf (Demineralisierung). Diesen Prozess bezeichnet man als Karies.

Alle Süßigkeiten und versteckten Zucker in der Nahrung (z.B. in Ketchup, Joghurt, ...) können bei unzureichender Mundpflege Karies verursachen.

Prädilektionsstellen

In den Nischenbereichen der Zähne kommt es bevorzugt zu Karies (Prädilektionsstellen):

  • Zahnzwischenräume (approximal)
  • Vertiefungen der Zähne (Fissuren & Grübchen)
  • Zahnhälse (zervikal)
  • Füllungsrändern

Karies entsteht selten im Bereich der Glattflächen außen oder innen an den Zähnen - hier kommt die Zahnbürste gut hin und die Selbstreinigungsmechanismen (Abgleiten der Speisen beim Kauen, Zungenreinigung und Speichel) sind hier besonders gut wirksam.

Fläschchenkaries

Bei Kindern unter 3 Jahren spricht man von Fläschchenkaries (Nuckekaries), weil häufig nicht beachtet wird, dass auch Säfte und gesüßte Tees viel Zucker enthalten und das Fläschchen regelmäßig über den ganzen Tag gegeben wird.

Aber selbst wenn nur Wasser im Fläschchen gegeben wird, kann an den Schneidezähnen im Oberkiefer Karies entstehen. Wenn den ganzen Tag über am Fläschchen genuckelt wird, verhindert das ständige Umspülen der Zähne mit Wasser, dass der Speichel die Zahnoberflächen wieder regenerieren kann.

Kreidezähne

Kreidezähne zeigen die typischen Veränderungen (gelblich-bräunliche Verfärbungen, Unregelmäßigkeiten in der Oberfläche) bereits ab dem Zahndruchbruch und sind nicht wie bei Karies durch Bakterien verursacht. Die genauen Ursachen sind noch nicht geklärt, im Verdacht stehen Weichmacher in Kunststoffen, die auf die Zähne bei Ihrer Entstehung und Reifung im Kieferknochen wirken.

Die sogenannten Kreidezähne (Molaren-Inzisiven-Hypomineralisation / MIH) werden zunehmend bei Kindern beobachtet. 2014 waren in Deutschland 30% der Kinder betroffen, weltweit waren es ca. 15%.

Die Kreidezähne fallen auf, weil meist nur einzelne Backenzähne oder Schneidezähne im Milchgebiss und auch nach dem Zahnwechsel bei ansonsten guter Mundhygiene und Mundgesundheit betroffen sind. Nicht selten sind die Zähne empfindlich auf Reize (Kälte, Wärme, süß oder sauer).

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