Mangelernährung
Allgemeinerkrankungen

Malnutrition

„Malnutrition ist ein Mangelzustand in Bezug auf Energie, Eiweiß oder eines anderen Nährstoffs, der eine messbare Änderung der Körperfunktion zur Folge hat und mit einer beeinträchtigten Rekonvaleszenz im Zusammenhang mit einer Krankheit einhergeht, sowie durch Ernährungsunterstützung reversibel ist.“ (Was wird hier zitiert?)

Mangelernährung hat viele Gesichter:

  • Akute Mangelernährung
  • Chronische Mangelernährung
  • Unterernährung (mit rapidem Gewichtsverlust)
  • Sarkopenie (altersbedingter Muskelabbau)
  • Kachexie (Kräfteverfall in Folge schwerer Krankheiten)

Häufigkeit

1,5 Millionen Menschen in Deutschland gelten als mangelernährt. Betroffen sind 5-10 % der älteren, zuhause lebenden Menschen, bei älteren Pflegebedürftigen und Krankenhauspatienten sind es bis zu 60 %.

Ursachen

Die "12 Ds" der häufigsten Ursachen für Mangelernährung:

  1. Desolation (Einsamkeit, Finanzen)
  2. Demenz
  3. Delier
  4. Depression
  5. Drugs (Medikamente)
  6. Dysfunktion (Arm, Bein, Visus, ...)
  7. Dysosmie (Veränderung Geruch)
  8. Dysgeusie (Veränderung Geschmack)
  9. Dysphagie (Schluckstörung)
  10. Darm (Magen-Darm-Trakt-Erkrankungen)
  11. Diät
  12. Dolor (Schmerzen)
Einflussfaktoren, Ursachen und Auswirkungen einer Mangelernährung im AlterEinflussfaktoren, Ursachen und Auswirkungen einer Mangelernährung im Alter

Mangelernährung & Kauvermögen

Wer gut kauen kann, bleibt länger fit!

Gutes Kauvermögen beugt Mangelernährung vor.

Der Verlust der Kaufunktion führt zum Abbau von Muskelmasse und damit zum Verlust der Kaukraft. Der Verlust der Kaukraft bedeutet wiederum den Verlust der Kaufunktion.

Die Anpassung der Ernährung an den Zahnstatus beugt Mangelernährung vor.

Die Kaueffizienz wird beeinflusst durch den Zahnstatus und die Beißkraft.

Die maxi­male Beißkraft und die Kaueffizienz können durch funktionstüchtigen Zahnersatz, ggf. auch abgestützt auf Zahnwurzeln oder durch Einsatz von Implantaten ver­bessert werden. Dies ist eine wichtige Voraussetzung für eine gute Ernährung. Zur Verbesse­rung des Ernährungsstatus sollte auch die Zusammenarbeit mit einem Ernäh­rungsberater angestrebt werden.

Diagnostik

Das Minimal nutritient assessment (MNA) dient als Instrument zur schnellen Erfassung verschiedener Einflüsse auf die Ernährungssituation älterer Menschen.

Sarkopenie

Sarkopenie (griechisch „sarx“ = Fleisch und „penia“ = Verlust), also der Abbau der Muskelmasse, fördert die körperliche und mentale Gebrechlichkeit – Inaktivität und Stürze sowie in der Folge gehäufte Lungenentzündungen wirken dabei wie „Brandbeschleuniger“.

Der Abbau an Muskelmasse ist äußerlich nicht immer gleich zu erkennen. Menschen können wohlgenährt erscheinen – doch in Wahrheit haben Sie Muskelmasse abgebaut und dafür Fett aufgebaut.

Sarkopenie bedeutet:

  • Reduzierte Muskelmasse und
  • Verminderte Muskelkraft oder
  • Schlechte Funktion (z.B. Gehtempo)

(Europäischer Sarkopenie-Consensus 2010)

Die Sarkopenie lässt sich höchst effektiv durch Kraft- und Ausdauertraining verbessern.

Sarkopenie: Muskelgewebe wird im Alterungsprozess durch Fett ersetztSarkopenie: Muskelgewebe wird im Alterungsprozess durch Fett ersetzt

Therapie

Ernährung

  • Individuellen Kalorienbedarf errechnen und Verzehr sichern
  • Diätrestriktionen aufklären
  • Einkaufs- Koch- und Esshilfen checken! (personell, Hilfsmittel)
  • Optimales Ambiente beim Essen
  • Ess-Gesellschaft (allein x kcal, +1 Person: + 33 %, + 2 Personen: + 47 %, +7 Personen: + 96 %)
  • Kulinarische Vorlieben und Abneigungen berücksichtigen durch Abfrage von geschulten Personen
  • Essen mit Eiweiß und Fett anreichern
  • Snacks als Zwischenmahlzeit
  • Ernährungssupplemente
  • Individualisierte, kombinierte Ernährungsinterventionen
  • Molkeprodukte + Leucin (Speziell für den Muskelaufbau)
  • Vitamin D (Speziell für den Muskelaufbau)

Körperliches Training

  • Alltagsaktivität
  • Krafttraining
  • Ausdauertraining
  • Balancetraining

Medikamente

  • Negativ: Psychopharmaka (Benzodiazepine, Antidepressiva)
  • Positiv: ACE-Inhibitoren
  • Unklar: Statine (Cholesterinsenker)

Was gibt es noch zu wissen?
Weitere Themen

Assessments

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Rheuma

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Feedback

Wir freuen uns über konstruktives Feedback, Anmerkungen oder Anregungen zum Projekt.
Schreiben Sie hierzu einfach eine Nachricht an info@mund-pflege.net.

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